Mit Autist im Wohnmobil

Wohnmobilurlaub mit Autist – Teil 1

Gepostet am: 25. Juni 2016

Unser sechsjähriger Sohn ist Autist. Da er sich, aufgrund seiner besonderen Wahrnehmungen nicht immer den allgemein geltenden Regeln anpassen kann, sind wir bei der Suche nach Urlaubsmöglichkeiten immer etwas eingeschränkt. Ferienhäuser oder Appartement ziehen wir in der Regel einem großen Hotelkomplex vor.Urlaub-im-Wohnmobil-mit-AutistUm einmal etwas völlig Neues auszuprobieren, haben wir uns dieses Jahr an Pfingsten für eine Woche im Wohnmobil entschieden. Ich war anfangs skeptisch. Ich bin nicht so der Camping-Fan und tu mich recht schwer mit engen Räumen und Gemeinschaftsduschen.

Weil ich kein Spielverderber sein wollte, hab ich dem Experiment zugestimmt. Von vielen Eltern mit Autisten habe ich gehört, das Urlaub im Wohnmobil für die Kinder sehr schön und entspannend ist. Das „zu Hause“ wird immer mitgenommen und auf Campingplätzen fühlen sich die Kinder freier und wohler als in geschniegelten Hotel-Lobbys.Urlaub-im-Wohnmobil-mit-Autist1Als mein Mann das Wohnmobil am Samstag holte, waren die Jungs vor Begeisterung kaum zu bremsen. Alle Schränke, Schubladen und Betten wurden ausführlich inspiziert und begutachtet. Während ich alle Schränke und Oberflächen geputzt und desinfiziert habe (bin da etwas pingelig), saßen die beiden schon angeschnallt in ihren Sitzen und konnten es kaum erwarten, endlich loszufahren.

Urlaub-im-Wohnmobil-mit-Autisten9Unsere erste angepeilte Station war das Tropical Island in der Nähe von Berlin. Auf dem Weg legten wir noch einen kurzen Zwischenstopp in Dresden ein und trafen uns mit der großen Tochter und dem Schwiegersohn in spe.Am Sonntagabend kamen wir auf dem leider total überfüllten Campingplatz des Tropical Island an. Mit Mühe und Not ergatterten wir einen Stellplatz für eine Nacht. Nach dem Besuch der sanitären Anlagen war für mich erst einmal klar, das war mein erster und letzter Urlaub im Wohnmobil. Ich möchte jetzt nicht näher darauf eingehen aber saubere Toiletten, Bäder und Duschen sind für mich, noch vor dem Stellplatz, das Wichtigste.Urlaub-im-Wohnmobil-mit-Autisten4Die nächste Nacht haben wir direkt auf dem Parkplatz vor dem Island gecampt. Ohne Dusche, Strom und Wasser, das hat uns aber nicht gestört. Geduscht haben wir im Schwimmbad, der Kühlschrank lief mit Gas und eine Toilette war im Wohnmobil. Die Kinder hatten Spaß, war doch der Parkplatz auf einem Rollfeld eines ehemaligen russischen Militärflugplatz. Sie konnten rennen und springen, ohne jemanden zu stören.

Urlaub-im-Wohnmobil-mit-Autisten6Als die Nacht hereinbrach, hatten wir einen wundervollen Blick auf das beleuchte Tropical Island. Die Grillen haben gezirpt und es war eine himmlische Ruhe. Ich habe gemerkt, das mir das „Wild-Campen“ besser gefällt, als ein Campingplatz.Urlaub-im-Wohnmobil-mit-Autisten5Wir hatten uns vor dem Urlaub die App pro mobil+ runter geladen. Auf dieser App werden  Stellplätze in der Nähe angezeigt, der Preis und die vorhandenen Anschlüsse. Anhand der Bewertung kann man sehen, wie zufrieden andere Camper mit diesem Stellplatz waren. Urlaub-im-Wohnmobil-mit-Autisten7

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Dieses war der erste Teil von unserem Urlaubsbericht…der zweite folgt demnächst.

Alles Liebe

Kerstin

Wohnmobilurlaub Teil 2

Wohnmobilurlaub Teil 3

 

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