Der Nikolaus liebt mich…

…der Typ muss mich einfach lieben. Klarer Fall! Sonst hätte er mir sicher kein Los der Silvester-Millionen-Lotterie in den Stiefel gesteckt.

NIKOLAUS, Du bist ein Käppsele. Jetzt gewinne ich am 31.12. einfach die Million und bleib weiter Hausfrau. Dann zeig ich der Vereinbarkeit ab Januar einfach den Mittelfinger.

Vereinbarkeit, was für ein schönes Wort. Vereinbarkeit, die bei uns sowieso nicht funktionieren wird, weil

  • mein Mann und ich zusammen nur 55 Tage Urlaub haben,
  • der Große 68 Ferientage hat,
  •  nochmal 5 Konzeptionstage vom Kindergarten NACH den Ferien dazukommen,
  • wir nicht auf Oma, Opa, Tanten, Onkel, Cousinen oder ein Dorf zurückgreifen können,
  • weil die Ferienbetreuung der Schule und des Behindertenzentrums erst um 10 Uhr beginnt, 
  • weil ich um 9 Uhr bei der Arbeit sein muss,
  • weil wir aufgrund der Behinderung unseres Sohnes kein Netzwerk aus Freunden oder anderen Eltern haben.

Was bedeutet Vereinbarkeit?

Wikipedia sagt: „Unter der Vereinbarkeit von Familie und Beruf versteht man seit dem 20. Jahrhundert die Möglichkeit Erwachsener im arbeitsfähigen Alter, sich zugleich Beruf und Karriere einerseits und dem Leben in der Familie und der Betreuung von Kindern und pflegebedürftigen Personen andererseits zu widmen, unter Berücksichtigung der Schwierigkeiten, die dabei auftreten können.“

„…Unter Berücksichtigung der Schwierigkeiten, die dabei auftreten können.“ Wen interessieren diese Schwierigkeiten? Meinen Vorgesetzten? Sicher nicht. Meine Firma? Wohl auch nicht.

Kinder, so hab ich den Eindruck, sind immer noch Privatvergnügen. Teures Hobby, oder so? 

Ich hab kein Problem daheim zu bleiben. Mir ist Karriere nicht wichtig. Aber wer zahlt später mal meine Rente, wenn ich jetzt nicht wenigstens etwas einzahle? Ich zieh die Generation groß, die das mal übernehmen soll. Werde aber selber warscheinlich in Altersarmut enden. 

Ich weiß nicht, warum es einem so schwer gemacht wird. Für mich sind das Widersprüche, das geht schon bei der Anzahl der Ferien- und Urlaubstage los.

Jaaa, ihr müsst ja nicht zusammen Urlaub nehmen, wird jetzt sicher der eine oder andere denken. Nö, müssen wir nicht, wollen wir aber. Wir sind schließlich eine Familie. Und das wollen wir auch bleiben, ob mit oder ohne Vereinbarkeit.

Hier gibt übrigens auch einen ganz interessanten Artikel dazu.

Alles Liebe

Kerstin

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