Von Schulfreundinnen und alten Zeiten…

alte Schulfreunde

Ich muss heute einfach mal meine Freude teilen. Und zwar darüber, dass ich nach vielen Jahren wieder Kontakt zu alten Schulfreundinnen habe..

Ich stamme aus der ehemaligen DDR. Bei uns ging die polytechnische Oberschule – so hieß die „Realschule“ damals – von der 1. bis zur 10. Klasse. Das hieß, alle Schüler, die in der ersten Klasse zusammen eingeschult wurden, gingen, wenn sie nicht gerade wegzogen oder sitzen geblieben sind, zehn Jahre in die gleiche Klasse.

Typische Weiber-Clique

Wir waren so eine typische Weiber-Clique. Drei Mädels, die zusammen abhingen. Wir lernten gemeinsam, durchlebten die Pubertät, zofften und vertrugen uns. Wir teilten den ersten Liebeskummer miteinander und schwärmten für Kerle aus der Nachbarschule. Gemeinsam haben wir heimlich die erste Zigarette geraucht, Klamotten getauscht und die Bravo gelesen. Wir hatten einfach Spaß zusammen und gingen zehn Jahre durch dick und dünn.

Als wir 1987 die Schule beendeten, verloren wir uns irgendwie aus den Augen. Die beiden anderen Mädels begannen eine Ausbildung als Krankenschwester in verschiedenen Orten. Ich fing eine Lehre als Facharbeiter für Schreibtechnik oder Stenotypistin, wie es damals hieß, an.

Zu einer von beiden Mädels hatte ich noch Kontakt, weil wir im gleichen Ort wohnten und hin und wieder zusammen zur Disco gingen. Dann kam die Wende und wir sahen uns immer seltener. Eine von beiden ging damals nach Köln, die andere nach Bayern.

Wiedersehen nach Jahren

Ein paar Jahre später, ich war ungefähr 24, wohnte ein paar Dörfer weiter und hatte schon eine kleine Tochter, klingelte es eines Tages an meiner Tür. Ich öffnete in Jogginghosen und mit Lockenwicklern auf dem Kopf und kippte fast aus den Latschen. Meine alte Freundin aus Bayern stand vor der Tür. Man, war das eine Wiedersehensfreude.

Wir nahmen uns vor, uns von nun an wieder öfters zu treffen. Ich war damals in einer schwierigen Beziehung und trennte mich von meinem damaligen Partner und Vater meiner Tochter. Ein halbes Jahr verbrachten wir im Frauenhaus und zogen dann nach Stuttgart. Wieder schlief der Kontakt ein.

Schulfreunde

Weil mich das nie richtig losgelassen hat und ich immer wissen wollte, was aus meinen alten Mitschülern geworden ist, habe ich versucht, die alten Klassenkameraden ausfindig zu machen. Ich habe mich durch Google, Stayfriends, Facebook & Co. gewühlt und geschaut, ob ich irgendjemand von früher wieder finde.

Ich hatte tatsächlich das Glück, ein paar Leute ausfindig zu machen. Auf eine Freundin aus meiner Lehrzeit bin ich zum Beispiel über einen Zeitungsartikel über ihre Eltern gestoßen. Ich habe dann die Adresse der Eltern ausfindig gemacht und ihnen einen Brief geschrieben, mit der Bitte, ihrer Tochter meine Adresse weiterzugeben.

Endlich jemanden gefunden

Eines Tages, als ich gar nicht mehr damit gerechnet hatte, bekam ich einen Anruf: „Hallo Kerstin, hier ist die Gusti. Meine Eltern haben mir deinen Brief gegeben und ich habe mich so sehr darüber gefreut, dass du mich wieder gefunden hast. Ich habe so oft an dich gedacht…“, sagte meine alte Kumpeline.

Wir haben dann gefühlt die ganze Nacht gequatscht und uns aus unserm Leben erzählt. Es war, als würden wir wieder zusammen im Klassenzimmer sitzen.

Noch so eine Anekdote gab es vor kurzem, als meine Tochter anrief, die gerade eine Ausbildung zur Krankenschwester macht.

„Mama, du wirst nicht glauben, was mir heute passiert ist. Im Unterricht kam heute Morgen eine neue Lehrerin ins Zimmer, schaute ins Klassenbuch und fragte, wer die Stacy ist. Ich habe mich gemeldet und dann sagte sie, dass sie mich kennt und mich schon als Baby auf dem Arm hatte…“

Ihr könnt euch vorstellen, dass mir fast die Kinnlade herunterklappte. Meine alte Schulfreundin, ebenfalls eine gelernte Krankenschwester, unterrichtet heute Krankenpflege… Und zwar genau in der Klasse meiner Tochter…

Alte Schulfreunde

Ich sage es ja immer, die Welt ist ein Dorf. Irgendwie findet man sich über so kuriose Wege wieder, die man nie für möglich gehalten hätte.

Diese Woche bekam ich eine E-Mail von der zweiten Schulfreundin aus unserer Dreier-Clique. Ich habe sie über ihren Arbeitgeber ausfindig gemacht und angeschrieben. Als die E-Mail kam, saß ich erstmal da und habe geheult. Keine Ahnung warum mir die Tränen kamen, vielleicht wird man sentimental im Alter.

Warum ich das alles heute aufschreibe? Weil ich froh bin und glücklich, dass wir nach so vielen Jahren wieder Kontakt haben.

Danke – es ist schön, dass es euch gibt… ihr alten Schulfreunde…

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