Heute ist der letzte Schultag und dann fangen in unserem Bundesland die Ferien an. Für unseren Großen heißt es dann Abschied nehmen. Abschied von seiner alten Schule, der Tagesgruppe, seinen Klassenkameraden, Lehrerinnen & Erziehern.

Uns fällt der Abschied nicht leicht. Für Laurenz war diese Schule das Beste, was ihm passieren konnte. Als wir damals die Diagnose Autismusspektrumstörung bekamen, waren wir verzweifelt auf der Suche nach einem geeigneten Kindergarten. Im Schulkindergarten seiner jetzigen Schule fanden wir einen Platz und fühlten uns sofort aufgehoben und verstanden.

Von dort aus konnte er nahtlos in seine Schneckenhausklasse wechseln und wurde mit anderen autistischen Kindern unterrichtet. Vormittags war Unterricht und nachmittags wurde er in der Tagesgruppe betreut.

Wir haben immer sehr eng mit der Schule, den Lehrerinnen und Erziehern zusammengearbeitet. Haben die von der Schule angebotenen Weiterbildungen mitgemacht, Feste gefeiert und Ausflüge unternommen. Ich habe noch nie eine Schule erlebt, die so engagiert gearbeitet hat. Wir haben nur positive Erfahrungen gemacht.

Auf der Suche nach einer neuen Schule

Als es absehbar war, dass wir umziehen, hat uns die alte Schule bei der Suche nach einer neuen Schule in unserem Umkreis intensiv unterstützt. Es wurden viele Gespräche und Telefonate geführt zwischen Schulleitung und Lehrerinnen geführt. Nachdem klar war, in welche Schule Laurenz nach den Sommerferien wechselt sollte, durfte Laurenz ein paar Tage in Begleitung an der neuen Schule hospitieren.

Er fand es toll und uns fiel ein Stein vom Herzen. Wir waren schon sehr verwöhnt durch die alte Schule aber auch an der neuen Schule gab es gleich von Anfang an eine enge Kommunikation. Wir hoffen sehr, dass es so bleibt und Laurenz seinen Weg an der Förderschule mit Schwerpunkt Lernen meistert. Natürlich wird er das anfangs nicht allein packen. Nach Gesprächen mit dem Jugendamt, Psychologen, Lehrern und Erziehern wird er mit einer 100%gen Schulbegleitung starten.

Abschied vom Schneckenhaus – Mit Tränen und einer bleibenden Erinnerung

Wir nehmen Abschied mit einem lachenden und weinenden Auge. Wir freuen uns, dass Laurenz in den vergangenen Jahren so gut vorbereitet und begleitet wurde, dass er jetzt bereit ist, den nächsten Schritt zu gehen.

Wir haben lange überlegt, was wir seiner Tagesgruppe zum Abschied schenken. Da kam mir die Idee mit einem Kissen. Das habe ich bei Etsy gefunden und personalisieren lassen. Mit Schnecken und einem Spruch.

Das Kissen hat jetzt einen Platz auf dem Sofa im Wohnzimmer der Tagesgruppe bekommen. So ist Laurenz immer dabei, auch wenn er nicht mehr dort ist.

Und wenn irgendwann neue Kinder in die Gruppe kommen, das Kissen sehen, den Spruch lesen und fragen:

„Wer war denn dieser Laurenz?“

Dann ist er wieder in Erinnerung …

So, jetzt muss ich erst mal kurz ein paar Tränchen verdrücken gehen…