*Empfehlung in eigener Sache

Es war einmal ein wunderschönes Brautkleid. Dieses Kleid war ein echtes Schmuckstück, ein Designerkleid, handgemacht und ziemlich teuer. Am Tag der Hochzeit war die Braut sehr glücklich in ihrem Kleid. Sie hatte schon immer davon geträumt, an ihrem schönsten Tag wie ein Prinzessin auszusehen. Und das tat sie dann auch.

Dann war die Hochzeit vorbei. Das Kleid wurde gereinigt, in eine Hülle gesteckt und in den Keller gebracht. Dort hing es dann und wartete tagaus tagein, Woche um Woche, Jahr für Jahr darauf, hervorgeholt zu werden, um noch einmal in vollem Glanz zu erstrahlen. Aber nichts passiert. Fast 14 Jahre lang hing das wunderschöne Brautkleid im Keller, bis vor ein paar Wochen.

Da ließ sich plötzlich die Besitzerin blicken und holte das Kleid. Was war das für eine große Freude, denn endlich wurde ihm wieder Beachtung geschenkt! Es wurde aus der dunklen Hülle entfernt und noch einmal von der damaligen Braut angezogen. Zugegeben, so ganz passte es nicht mehr. Die Braut von damals hatte mittlerweile zwei weitere Kinder bekommen und ein paar Kilos zugelegt. Aber das machte überhaupt nichts. Hauptsache die Zeit im Keller war vorbei.

Dann wurde das Kleid fein säuberlich in einen großen Karton gepackt und zur Post gebracht. Bevor die Besitzer das Paket zuklebte, flüsterte sie dem Kleid noch zu: „Danke, dass ich dich tragen durfte und du aus mir an meinem schönsten Tag eine Prinzessin gemacht hast. Jetzt darfst du eine andere Frau glücklich machen, die auch einmal Prinzessin sein möchte.“

Dann machte sich das Kleid auf die Reise zu einem Fotografen, der es gekauft hatte. Er veranstaltet Fotoshootings für Frauen, die sich gern einmal als Prinzessin fühlen möchten. So war das Kleid zufrieden, dass es wieder eine Trägerin glücklich machen durfte und freute sich auf seine neue Aufgabe…

Handwerk hat goldenen Boden – Ledermanufaktur von Alexander von Bronewski

Ich hoffe, meine kleine Geschichte hat euch gefallen. So bekomme ich jetzt auch die Kurve zu meiner wunderschönen neuen Markttasche, die ich mir vom Erlös meines verkauften Brautkleides gekauft habe. Wie ich zu der Markttasche gekommen bin? Dazu gibt es auch eine kleine Story:

Mein Mann und ich haben uns vor kurzem neue E-Bikes gekauft. Beim Kauf der Räder bekamen wir von unserem Fahrradhändler ein Schloss mit einem handgefertigten ledernen Schlüsselanhänger. Weil das Leder so gut roch und ich handgemachte Sachen sehr liebe, recherchierte ich, woher dieser Anhänger kam und wer ihn gemacht hatte.

Schlüsselanhänger Riese und Müller - Alexander von Bronewski
Lindauer Markttasche - Markttasche

Ich stieß auf die Manufaktur von Alexander von Bronewski in Lindau am Bodensee. Alex stellt in seiner Ledermanufaktur in Handarbeit wunderschöne Stücke her. Beim Stöbern auf seiner Homepage fielen mir nicht nur die tollen Taschen auf, die er aus feinstem Leder und bestem Zwirn in Handarbeit herstellt, auch von den anderen Lieblingsstücken, wie Dokumentenmappen, Ledersteine oder Schlampermäpple war ich total angetan.

Ich liebe es, wenn Menschen Dinge mit ihren Händen herstellen. Es ist immer wieder bewundernswert, wie mit Handwerkskunst und Kreativität so tolle Stücke entstehen, die für jeden Besitzer etwas Besonderes sind. Man hat kein Teil von der Stange, sondern ein Unikat. Klar, dass man für so ein Einzelstück auch etwas tiefer in die Tasche greifen muss.

Handarbeit hat Seele.

© Frank Dommenz 

Wenn man sich überlegt, wie lange ein Handwerker an so einem Meisterstück sitzt, die Materialien aussucht, sich Gedanken über das Aussehen und den Zweck macht und diese dann umsetzt, dann finde ich schon, dass es jeden Cent wert ist, den man dafür investiert.

Meine Lindauer Markttasche

Darum habe ich auch den Erlös meines verkauften Brautkleides in so ein besonderes Einzelstück investiert, die Lindauer Markttasche. Ich war schon lange auf der Suche nach einer Alternative zu meinem etwas in die Jahre gekommenen Einkaufskorb.

Lindauer Markttasche - Manufaktur Alexander von Bronewski

Die Lindauer Markttasche hat es mir gleich angetan. Die Tasche besteht aus schwerem gewachsten englischen Zeltplanenstoff, die Träger sind aus gegerbten Rindsleder aus der Toskana und die Kupfernieten aus England. Der Gedanke, mit dieser Tasche auf den Markt zu gehen, Eier, Brot, Obst und Gemüse zu kaufen, zwischendrin vielleicht noch ein Schwätzchen mit dem Marktverkäufer zu halten, hat mich irgendwie fasziniert.

Platz genug ist in der Markttasche für alles, was man transportieren möchte. Nicht nur die Markteinkäufe passen da rein, man kann auch mühelos zwei 6er Kartons Wein darin transportieren.

Meine neue Lindauer Markttasche
Lindauer Markttasche

Ich habe mich auf jeden Fall gefreut, wie ein kleines Kind, als meine Tasche ankam. Die Henkel hat Alex noch mit unseren Initialen verziert. Jetzt kann ich es kaum abwarten, sie zum allerersten Mal zum Markt „auszuführen“.

Habt ihr denn auch solche besonderen Lieblingsstücke daheim und wenn ja, was für welche? Ist es euch wert, mehr Geld für ein Produkt auszugeben, was in Handarbeit mit viel Liebe hergestellt wurde?

Schreibt mir doch mal, ob ihr in Zukunft mehr über Handwerke und besondere Stücke lesen möchtet.

Ich überlege tatsächlich, ob ich mir vielleicht noch eine schöne Ledertasche bei Alex machen lassen soll. Reizen würde es mich schon aber dafür muss ich noch ein klitzekleines bisschen sparen. 😉