Im vorletzten Jahr hatten wir uns entschieden, unser 3-Fam.-Haus in der Stadt mit großem Garten, riesigem Keller, Garage und Gartenhaus zu verkaufen und in eine Wohnung auf dem Land zu ziehen. Zu diesem Zeitpunkt war für mich klar, dass ich die Gelegenheit werde, um mich von all dem Kram und den „Altlasten“ zu erleichtern, der sich im Laufe meines Lebens angesammelt hat.

Ich bin jetzt 50 Jahre alt und mit 17 Jahren von zu Hause ausgezogen. Ich habe drei Kinder, in vielen Wohnungen gewohnt und diverse Hobbys ausprobiert. Auf Flohmärkten stöbern war meine Leidenschaft. Ich bekam zu vielen Anlässen Geschenke, die in Schränken verstaubten. Im Keller lagerten diverse Erinnerungsstücke an Menschen, Urlaube oder Erlebnisse aus meinem Leben.

Auch eingekauft habe ich ganz gerne, das gebe ich offen zu. Materielle Dinge waren nicht unwichtig in meinem Leben.

Aber irgendwann hatte ich das Gefühl, dass mich all diese Dinge erdrücken. Ich war ständig am Suchen, Räumen und Putzen. Die Schränke waren voll und ich fühlte mich leer und gestresst. Ich weiß nicht, ob ich mit den ganzen Dingen eine Leere auffüllen wollte, keine Ahnung. Damals war mir das nicht bewusst, heute bin ich, na ja, ich will nicht sagen schlauer, aber reifer. Denn ich habe gemerkt, dass ich ganz viel von dem Kram, den ich aufgehoben habe, eigentlich nicht brauche.

Ich will mich minimalisieren

Also habe ich angefangen, auszumisten. Ich bin Schublade für Schublade, Schrank für Schrank, Zimmer für Zimmer durchgegangen. Jedes noch so kleine Teile habe ich in die Hand genommen und mir überlegt, ob ich es noch brauche oder nicht. Viele Dinge habe ich verkauft, verschenkt oder gespendet.

Es gab aber auch Sachen, da war ich mir nicht sicher, ob ich sie noch mal brauchen werde. Die habe ich mit einem Zettel versehen, darauf habe ich das Datum geschrieben und wann ich das Teil zu letzten Mal in der Hand bzw. genutzt habe. Wenn ich jetzt, nach einem halben oder einem Jahr wieder durch meine Schränke kruschtel und sehe, dass ich die Teile nicht in Gebrauch hatte, kommen sie weg. Denn dann werde ich sie auch im nächsten Jahr nicht nutzen.

Wo fängt man an mit Minimalisieren.

Minimalismus ist nicht das Ziel, sondern der Weg

Diesen Spruch habe ich letztens gelesen und gedacht, genauso ist es auch. Wir haben beim Umzug wirklich viel aussortiert. Ich merke das ganz deutlich, denn etliche Schubladen und Schrankfächer in der neuen Wohnung sind leer. Wir haben die Möbel damals nach dem Inhalt der alten Wohnung geplant. Mich stört das nicht und ich sehe auch keine Veranlassung, diese Fächer jetzt unbedingt wieder zu füllen.

Man muss Leere aushalten können.

Ganz im Gegenteil, ich freue mich über die Leere, denn so bin ich schon mal rasch mit putzen fertig.

Obwohl wir uns schon sehr minimalisiert haben, sind wir noch nicht am Ende.

Es ist auch nicht immer so einfach, wenn man nicht allein lebt. Wenn man vielleicht einen Partner hat, der gern Dinge aufhebt oder Kinder, die einer ausgeprägten Sammelleidenschaft frönen.

Ich will keinen Dauerstress mit der Familie, weil ich hier diejenige bin, die immer alles aussortiert und entsorgt. Dafür muss man einen guten Mittelweg finden.

Minimalismus definiert sich nicht durch die Dinge, die man besitzt

Minimalismus ist eine Lebenseinstellung und bedeutet nicht, dass man dafür in einer Holzhütte oder leeren Wohnung leben muss. Minimalistisches Leben bedeutet Platz für wesentliches Schaffen und sich von Überflüssigem zu trennen. Dabei geht es gar nicht darum, nichts mehr zu besitzen, sondern in gesundem Maße das, was einen glücklich macht.

Mein Minimalismus muss auch nicht dein Minimalismus sein, denn definiert auf seine Art, was minimal bedeutet.

In meinem Video erzähle ich darüber, wie ich angefangen habe, mich mit dem Thema Minimalismus zu beschäftigen und das man auch noch starten kann, wenn man ü50 ist und schon ein halbes Leben hinter sich hatte.

Für Veränderungen ist es nie zu spät.

Viel Spaß beim Anschauen!

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