Ich bin eine böse Mama, eine Kaka-Mama! Ich bin doof und ich soll weg gehen! Genau das hat mir mein fast 4-Jähriger heute Morgen an den Kopf geschmissen. Und warum? Weil ich konsequent war!

Mit dem Schlafanzug in den Kindergarten

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Der kleine Mann versucht seit Wochen, ach was sag ich, seit Monaten seine Grenzen auszutesten. Was hab ich mir den Mund fusselig geredet.  Egal ob es um das Anziehen, Zähne putzen, Essen oder Aufräumen geht, er bockt. Ich kann sagen, was ich will, geht zum einen Ohr rein und zum anderen wieder raus. Entweder er grinst frech und haut ab oder er macht Theater und beschimpft mich wüst.

Ich bin ein Gemütsmensch und ich schau mir das wirklich lange an. Aber heut morgen ist mir der Kragen geplatzt. Nachdem er mit Absicht sein Frühstück auf dem Tisch verteilt hat, keine Zähne putzen und sich nicht anziehen wollte, hab ich ihn kurzerhand gepackt, Schuhe und Jacke angezogen und ihn im Schlafzeug in den Kindergarten gebracht.

Konsequent sein

Kinder-Grenzen-Konsequenzen

Meine Halsschlagader hat pulsiert. Er hat gebrüllt was das Zeug hält. Aber genau das war mir in dem Moment egal. Ich will mein Kind nicht demütigen, erniedrigen oder bloß stellen. Er soll aber lernen, das sein Verhalten Konsequenzen nach sich zieht. Es wird im Leben immer Regeln geben, an die er sich halten muss. Wenn ich ihm das JETZT nicht klar mache, wann, wo und wie soll er es dann lernen?

So ein Schuss vor den Bug wirkt manchmal Wunder. Als wir vor dem Kindergarten ankamen, hat er sich abgeschnallt und mich gebeten, ihn anzuziehen. Ich hab ihm gesagt, das ich ihn sehr lieb habe aber traurig bin, wenn er nicht auf mich hört. Er hat mich gedrückt und mir gesagt, dass er jetzt wieder „gut“ ist.

Auch wenn einige denken, BOA, das kannst du doch nicht machen! DOCH! Kann ich!

MEIN KIND

MEINE REGELN

MEINE ERZIEHUNG

Ich bin für das Verantwortlich, was ich meinem Kind vorlebe und mitgebe. Wenn ich meine Kinder zu vernünftigen Menschen erziehen will, dann muss ich jetzt damit anfangen und nicht erst, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist. Vielleicht bin altmodisch, was die Erziehung angeht aber ich möchte, das meine Kinder Respekt haben. Respekt gegenüber uns Eltern und anderen Menschen. Wenn mein Sohn mit 4 schon nach mir haut oder spuckt, wie soll es dann erst mit 14 oder 16 werden? Ich will keine U-Bahn Schläger groß ziehen oder Teenager, die mir irgendwann mal „Verpiss dich, Alte!“ ins Gesicht schreien.

Wir sind nicht die Freunde unserer Kinder, wir sind die Eltern! Mit meinem Kind kann ich auf Augenhöhe reden, wenn es auf Augenhöhe ist, mit 20 oder 22 vielleicht. Aber nicht mit 4.

Und wenn es dafür nun mal mit dem Schlafanzug in den Kindergarten muss, dann ist das eben so. Ja, ich weiß, ich bin eine böse Mama, eine Kaka-Mama! Trotzdem liebe ich meine Kinder über alles…

Im Schlafanzug in den Kindergarten als Eltern konsequent sein

In dem Sinne, habt einen schönen Tag und nicht vergessen:

Man kann viel von Kindern lernen. Zum Beispiel, wieviel Geduld man hat.

Franklin P. Jones

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